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Dschomba in LITTERALL

09/09/2025

Klick führt zur Web-PDF-Version von Litterall, Ausgabe 31 (© Litterallea), die Dschomba-Übersetzung findet sich ab S 110.

Wird das eigene Werk in eine andere Sprache übersetzt, so ist das immer eine besondere Freude. In diesem Fall betrifft es, neben anderen Texten deutschsprachiger Autor/innen, einen Auszug aus Dschomba, vonFrançoise Toraille ins Französische übersetzt. Erschienen in der Litterall-Ausgabe Nr. 31, die dem Thema Appartenir (Zugehörigkeit) gewidmet ist. Für alle, die dieser schönen Sprache mächtig sind: Über die Web-PDF-Version lässt sich die Literaturzeitschrift gratis lesen.

Hier noch eine übersetzte und gekürzte Zusammenfassung des Editorials von Jeffrey Trehudic:

Zugehörigkeit
Diese Ausgabe stellt die Frage nach Zugehörigkeit: zu einer Sprache, einem Raum, einer Kultur? Zu Deutschland, zur deutschen Sprache? Oder auch zu anderen Orten und Sprachen, die Teil unseres Lebens sind. Zugehörigkeit verändert sich – je nach Erfahrung, Wahrnehmung und Zuschreibung.

Olivia Wenzel beschreibt eine Protagonistin, die mit hasserfüllten Diskursen konfrontiert ist und deren Leben von Angst geprägt wird. Anne Rabe zeigt, wie Gewalt das Familien- und Schulleben einer Jugendlichen zerstört und sie in ausweglosen Systemen gefangen hält.

Slata Roschals Erzählerin, in Ostdeutschland aufgewachsen, ist zwischen verschiedenen Identitäten verortet – Russin, Deutsche, Jüdin, Frau – und zugleich keiner ganz zugehörig. Tomer Gardi thematisiert Sprache als Störung: in fehlerhafter Grammatik, verkörpert durch einen Eindringling im Jüdischen Museum Berlin, der eine fragile deutsche Kultur irritiert.

Mátyás Dunajcsik macht Sprache zum offenen Raum, der Freiheit und Hoffnung ermöglicht. Sebastian Unger begleitet den Übersetzer Mark Belorusets in Kiew, wo Aichingers Gedichte einen Lichtpunkt in dunkler Zeit bilden. Alexandru Bulucz ruft in seinen Gedichten Erinnerungen an ein vergangenes Rumänien wach. Karin Peschka bewahrt Geschichten eines Jugoslawen, eines Priesters und eines Friedhofs in einem österreichischen Dorf.

Zugehörigkeit – wohin, wann, wozu, wenn Geschichte Menschen ausschließt und an den Rand drängt? Sprache und Literatur können Halt geben. Doch die Frage bleibt: Wem gehören Geschichten, Mythen, Gedichte?

Jeffrey Trehudic
Für die Redaktion