Ich trau mich mit Lyrischem nach Kärnten: Am Dienstag, 18. Juni 2019, lese ich in der Klagenfurter Galerie Walraum Texte aus den Bild-Ton-Text-Werken, die in den letzten Jahren im künstlerischen Austausch mit Michael Hedwig (Bild) und Rudolf Jungwirth (Ton) entstanden sind.

Die Lesung wird durch Bildprojektionen begleitet. Eine dreieinige Aufführung – also mit Ton, wie vor kurzem in Berndorf – lässt sich hoffentlich bald wieder realisieren.

(c) Galerie Walraum, Klagenfurt

Die aktuelle Ausstellung von Thomas Laubenberger-Pletzer in der Galerie Walraum empfehle ich sehr.

Wann: Dienstag, 18. Juni 2019
Wo: Walraum, Klagenfurt, 10. Oktober Straße 18

Das Dreamteam vor der Lesung: Regina Totz und Piroska Schabauer-Jakab von INK, Rudolf Jungwirth (Komposition), Karin Peschka (Text und Stimme), Judith Ramerstorfer (Sopran und Klarinette), Michael Hedwig (Bildprojektionen), Udo Somma (Licht- und Tontechnik)

Beim dritten Teil der inszenierten Lesung begleitet mich Judith (Sopran und Klarinette) – oder besser: Ich begleite sie. (Danke Udo für den perfekten Klang!)

Schlussapplaus, mit viel Bewunderung von Michael und mir für Judith Ramersdorfers großem Talent und Rudolfs eindringlicher, herausfordernder Komposition

Die Vernissage mit inszenierter Lesung in der schönen Hofarena der Galerie INK in Berndorf war ein Erlebnis für sich: Vielen Dank für die Einladung, Piri, Regina und Karin! Und danke für die Fotos, Simina und Sangye! Die Werkschau BILD – KLANG – TEXT ist noch bis zum 21. Juni 2019 zu bestaunen – nach tel. Vereinbarung: 0660/6046153

GALERIE INK, 2560 Berndorf, Pottensteinerstraße 26


Seit 2008 arbeite ich nun schon mit Michael Hedwig zusammen – unser Bild/Text-Dialog hat damals begonnen und bis heute nicht aufgehört. Im Gegenteil: Seit 2016 ist mit dem Eferdinger Komponisten Rudolf Jungwirth das Trio komplett. Wir stellen uns Fragen, geben uns Antwort, suchen und finden gemeinsam immer neue Aspekte der genreübergreifenden Dreieinigkeit.

Die Galerie INK in Berndorf (NÖ) präsentiert vom 1. bis 21. Juni in einer Werkschau unsere gemeinsame Arbeit.

Vernissage mit inszenierter Lesung

Die Ausstellung wird am Samstag, 1. Juni 2019, um 20 Uhr eröffnet. Michael, Rudolf und ich bitten um 21:00 Uhr zu einer inszenierten Lesung aus dem gemeinsamen Werk, auch eine Uraufführung steht auf dem Programm. Den Rest des Beitrags lesen »

I brought four of my lyrical texts to Romania – all excerpts from my Text-Image-Sound-Work with Michael Hedwig and Rudolf Jungwirth. Being part of the Bucharest International Poetry Festival 2019 is a great experience, for which I am very thankful.

Prior to the trip, Geoffrey C. Howes (Ohio) translated the poems from German into English, with great sensitivity to their rhythm and melody. Also to thank him for this wonderful work, I want to present the translations here.

Two of six combined texts (2016)

Fries, 2016, Graphit auf Fabriano 250g, 101x876cm, Foto: Joanna Pianka, Universitätsbibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien, 09.06.2016

From the project Combinations: Frieze, Sound, Text (with Michael Hedwig / painter and Rudolf Jungwirth / composer)

Text # 3: speaking and screaming

and anyway: when we speak of speech. when we think, here, my remark, my talk, and my idiom are like the green land that hills up and faults into high mountains, bevels plunges down flattened to clear blue lakes, deep and dark, cold yet soon reaching shore climbing and gently lying down into a level field to take a rest. flatters and chases and some times pounces, that too.

and yet: it is the language we know.

and then comes the one which sands and dunes itself, which speaks to itself of euphrates tigris babylon and winds mesopotamically. which rises rainforestly between the leaves’ eternally moist heatshield and lightsteam, evaporates falls and crashes and crackles as soon as it meets with the desert. which wants something else beyond the other mouths and throat tongue palate-sail over the sea. and knob and ach and grr and oh so strange. so strange. Den Rest des Beitrags lesen »

Totenwasser

16/02/2018

Greif den kühlen Wasserhahn, tausendmal gegriffen.

Der Schwengel des alten Brunnens auf und ab, am Friedhof, es gab die modernen Pumpen noch nicht: War es Arbeit, die Gießkannen zu füllen? Diese dann, links eine, rechts eine, durch die Gräberreihen zu schleppen, scheu Abkürzungen über fremden Marmor nehmend. Die Kannen aus grauem Zink zu schwer, ein Gutteil verschüttet, die Spur auftrocknend. Zehn Schritte später verschwunden.

Mit nassen zarten Knöcheln, nassen nackten Waden und einem Ziehen in den Armen, die Finger schmerzten vom harten, vom schneidenden Griff. Stand das Kind vor dem Familiengrab. Im Sommer, ein Abend, die Hitze ins Warme sinkend. Amseln schlugen, flogen zeternd und tief, schwarze Bewegung, kurz auf und ab und hoch in den Baum. Welch ein Gesang.

Baum und Gesang wachten über Kindergräber, nur die ersten vier im Schatten, stand die Sonne hoch. Die anderen, kleine Gevierte, winzige Graslandschaften, vertrocknete Zweige, die Kränze einst waren, Blumen aus farblosem Plastik, unbarmherzig lichtverbrannt und wettervergilbt, weil alt, weil schon immer. Weil Kinder dort begraben worden waren lang vor der eigenen Zeit. Engel aus Gips, grünspannige Flügel vor die ausradierten Gesichter gezogen, verwischte Spuren der Trauer. Auf Grabsteinen ewige Erinnerung, unser Sonnenschein, zu früh gegangen, zu früh in den Himmel geholt. Bis wir uns einst wiedersehen, geh du voran.

Es dunkelte, rundum wurden Kannen geleert, tropften Worte, wie Wasser tropft, alte Gräber. Die ganz frischen musste man nicht gießen, erst verdorrten die Kränze, erst senkten die Nelken, die Lilien und Rosen ihre Köpfe, wurden welk und grau, warum? Das Feuchte verlor sich in die hereinbrechende Nacht. Mit den letzten Besuchern verließ das Kind den Friedhof, über dem kühle Luft aufstieg, die Gießkannen hingen still auf dem Gestell beim Brunnen, vorhin waren sie noch aneinander geschlagen. In den steinernen Grandern zitterten Pfützen, würden Tiere kommen und trinken. Was lebte und lebt alles auf Friedhöfen? Vieles.

Während das Kind zögerte, nicht ins Haus gehen wollte, gefangen von diesem Nachten, weil es noch im Garten stand und Teil war, barfuß im Gras, Tauversprechen an den Sohlen. Was wäre, dachte es, bliebe ich stehen? Auch im Abendstern ein Zittern, der große Wagen, das Sternbild des Löwen, den Tidenhub des Mondes im zellwandigen Körper.

(Miniatur zu Oskar Stockers Projekt Pure Life)

 

Am 11. November 2017 haben wir im Eferdinger Kulturbahnhof KUBA die Wilde Jagd uraufgeführt, meinem zweiten Projekt mit  Michael Hedwig und Rudolf Jungwirth.

Im dunklen Raum die Konzentration auf die Projektion, dazwischen Rudolfs Musik eingespielt im Wechsel mit den Textpassagen: Wir freuen uns sehr, dass uns Udo Somma aus Ton-Mitschnitt und Michaels Bildern dieses Video zusammengestellt hat. Danke Udo! (Mehr von uns: Peschka|Jungwirth|Hedwig und Fotos vom Abend: KUBA Eferding)

Alle Seelen

03/11/2017

Nachschau zur Allerseelenlesung im Eferdinger Gastzimmer, am 2. November 2017, mit Michael Hedwig, Rudolf Jungwirth, den Musikerinnen Liudmila Belazed (Tenorhackbrett) und Yova Drenska (Akkordeon) und vielen lieben Leuten.

(c) Andreas Stroißmüller