Kategorie: prosabruch
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Totenwasser
Greif den kühlen Wasserhahn, tausendmal gegriffen. Der Schwengel des alten Brunnens auf und ab, am Friedhof, es gab die modernen Pumpen noch nicht: War es Arbeit, die Gießkannen zu füllen? Diese dann, links eine, rechts eine, durch die Gräberreihen zu schleppen, scheu Abkürzungen über fremden Marmor nehmend. Die Kannen aus grauem Zink zu schwer, ein…
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hommage an h.c.
vua lauta miadsei bin i gaunz kla und dra mah a nest aus süwane fodn und glaunzate äst
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spiegelhaus, braunau
nicht abreißen. kein mühsames gedenken. wer liest die tafeln? niemand. das innere zu entkernen ist aussage genug. raum für eigenes denken. außen? verspiegeln! klarspiegel, zerrspiegel, konkav und konvex. die fassade, fenster, türen, zwischenräume: steht neugierde davor, trauer, angst oder bewunderung, stilles gedenken oder verklärung, sieht sie was? immer nur sich selbst.
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dreißigdreifünfzehn
zieht regen über’s land, steigt in furchen schrägt in kurven in wellen in kleinen gewässern apriliert wind, verbrist sich, zupft an dächern, an schindeln schiebt seine luft, seine luftigen finger will lösen und heben und lupfen und fahren will stöbern getobtes getöse frustiges jagen dem heurund das fell abgezogen weiße gespenster losgelassen flattern sich hoch…
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fuenfzehnviervierzehn
was nacktes. oder? getickte nacht zerteilt. in den büschen rascheln die vögel im schlaf. nicht die blätter: die vögel. oder katzen. könnten auch ratten sein. was stehst du am fenster? wieso greift nichts nach mir, wieso ist oben, im hofdächergeviert, der himmel bleidunkles anthrazit? gekipptes gebirge aus schwarzer schattierung, verkehrt lockt der gipfel. schauen muss…
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achtviervierzehn (nachtmahr)
aufzug ohne wände, der boden: ein halbes oval. direkt am schacht betongesause hinunter, hinunter, spürst du den wind? ein fremder und jemand, der ich war und nicht ich. ich/nichtich bog den rücken, hatte flügel und keine. ein zittern, schmetterlingshaut hielt dem luftzug kaum stand. dann ende. ein quaderraum schatten, nicht mehr. sehr lautes getöse, sehr,…
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zweiundzwanzigdreivierzehn (frühling II)
tag, tag, tag. die steinbank wärmt den hintern, der wind beißt, wo er kann. ein regiment braver wasserflächen. in strenge form gebrachte anlockorte für bälle aller art. für leere plastikflaschen. zerquetscht, verdreht. für park-ozeanographen. für froschlaichsucherinnen. für spiegeltolle krähen und spatzen mit humor. im glitzersonnenlicht wächst unter miniwellen algengrüne anarchie. das schilfhaar kurz geschoren.
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einundzwanzigdreivierzehn (frühling I)
fledermausverbündete. erdhügelerklimmerin. nasses gras schaudert dem morgen entgegen. amseln blinzeln, ob es schon graut. räuspern sich, probehalber. tief am firmament kriecht orion dem winter hinterher.
