Kategorie: prosabruch

  • vierundzwanzigeinsvierzehn

    ist ein nichts. ein weh. ein licht. ist ein hier. ein ding. ein schnee. ist ein so. ein so, ein dort. ist ein eben. ein jetzt. ein fort. ist ein mai der kommen mag. ist ein tag, ein nacht, ein tag. ist ein ein. kein zwei. kein ich. ist ein nicht, kein weh, kein licht.…

  • siebzehneinsvierzehn

    nebel leichtes leichentuch. alles, alles. erdbraun und felder, worauf es sinkt. will auch sinken. den kopf öffnen. hat sich darin ein bild verfangen, gestern, von einer bleiernen schale. ist nur licht auf einem kuppeldach. stilles geprotze. ob der mond sich darauf abstützt oder es weit von sich schiebt. hier, über den feldern, will es schweben.…

  • vierundzwanzigsiebendreizehn

    putz‘ die farben aus, sagst. nimm die leinwand da hinten, wasch‘ die farb‘ aus den pinseln. wo’s tropft doch draußen, auf straße und erd‘. vorm haus ist ein grenzstein, da sitz ich und wart‘. worauf wartest? auf’s wetter. weil, der tag hält die hand in die wolken, quetscht sie über’s dach. ein sturm übt den…

  • vierfünfdreizehn

    fliegen tausendfach. fliegen. tausendfach. käfer, bienen, insekten, gegräse. blumen. dahinter rasenmähermotorlärm. am schornstein die amsel positioniert. verschluckt sich am ton, rülpst laute, zwitschert. am himmel erst nix, dann flugzeug, dann schall. die sonne zwickt. der wind. der wind. rauscht, weht und fängt. trägt höher die welt, höher. grün, von ästen durchzogen. schattiert, gelichtet, verdichtet. wolken…

  • siebenundzwanzigsechszwölf

    ich ich ich. habe die trauer fern zu halten. schiebe zwischen uns gelb-orangen duft. himmelbäume. samt-nacht. zeige ihr den halben mond. zeige ihr lichtloses schattengrün. sie findet sich, sie findet mich. in dunklen wellen. sie findet sich, sie findet mich. in ebbe und flut. sie liegt an stirn und brust. gezeitigt mich. höhlt aus, unterspült.…

  • elffünfzwölf

    jetzt ist die zeit, in der sich alles aus dem tag löst, einen schritt nach vorne tut und verharrt, bevor es in die nacht zurückweicht. diesen moment suche ich, diesen moment will ich haben. eines schreitet, das andere steht still. nichts atmet. dann tut das andere den schritt und dehnt sich kurz in den raum.…

  • vierundzwanzigvierzwölf

    weil das so ein wirbeln war, muss man den blick kaltmachen. wenn man durch die stadt fährt. und glaubt, es stünde einem zu, nackt zu sein. dann sprengt sich etwas, das nur weiß ist. es regnet die trümmer. man hält alles zurück. hört auf mit dem wollen. in meiner brust kreist das sehnen.

  • einundzwanzigvierzwölf

    wir stellten uns rücken an rücken, verschränkten die arme. ich lass‘ dich nicht fallen, sagte er, beugte sich vor und hob mich auf. bewegte sich ein wenig. meine arme, meine beine, alles an mir war schweres holz. die bewegung lockerte, was sich festgesetzt hatte. mit zurückgelegtem kopf war ich ein bogen, ein dach, von dem…

  • siebzehnvierzwölf

    alles ist heut‘ langgezogen, das aufwachen zieht sich hin bis jetzt, bis zum abend. dazwischen der tag in seinen details: die straßenbahnen fuhren mit angezogenen bremsen, drinnen drehten sich gesichter in zeitlupe zum licht, aus dem licht, man hielt den atem nicht an, aber atmete aus und ein in dreifacher dehnung. knie schoben sich mir…

  • Vor dem Fenster zwei Vögel

    Vor dem Fenster zwei Vögel. Der eine fast tot, er ist durch das Glas geflogen und hat seinen Körper zurückgelassen. Wuchtig gebrochenes Genick. Ein Bersten, ein Knall. Ein Klang. Ich sehe auf, als ich das Sterben höre, schaue durch das Fenster auf das Zurückgelassene. Dünne Knochen, braunweiße Federn, schwarze Punkte im geneigten Kopf, das sind…