Kategorie: texte für oe1.orf.at
-
Das pralle Weib …
Nachschau zur wunderschönen Weibsbilder-Vernissage der Eferdinger Künstlerinnengilde. Die gehaltene (oder eher wohl: vorgelesene) Rede wird, wie versprochen, noch nachgereicht. Vorher muss sie, wie jeder Text, ein wenig liegenbleiben. Jahrealt und gut gereift ist aber der Text vom prallen Weib, vor Ewigkeiten als Ö1-Kolumne geschrieben, als Abschluss der Eröffnungsrede wiederverwertet und hier noch einmal neu verlinkt:…
-
Tell him…
Die Hoffnung aus Österreich Den Nachmittag hatte ich in der Stadt verbummelt, war also recht spät unterwegs am Abend, vom Hotel (in der Nähe der Victoria Station), runter zur Albert Bridge, dort ein paar mulmige Momente wegen der engen und einsamen Fußgängerschleuse der für den Autoverkehr gesperrten Brücke, dann von Absolute Radio mit einem 80er-Jahre-Spezial…
-
Stodertal, Ewigschatten
Gegenüber hockt eine Taube im Abendlicht gerade so hinter der Dachkante, dass nur ihr gedrungener Oberkörper zu sehen ist. Sofern Tauben Oberkörper haben. Sie sieht sich die pfeiligen Schwalben an, folgt ihnen mit Kopf und Schnabel. Drei Äpfel liegen neben mir auf der Holzbank, erst dachte ich, sie wären so duftig, dann war es doch…
-
Alles katzt heute
Oder: Das Band, das Band, an meiner Hand … Jetzt wird alles ruhiger, die Sonne ist fast ganz weg. Die Katzen auch. Darunter die eine, die an nackten Zehen kaut, wenn man sie lässt. Ein paar Schwalben sicheln sich noch durch den Himmel. Mücken umzingeln den Tisch, die Blumen schließen für die Nacht. Eine Amsel…
-
Zwischen uns
Jahre und nichts A. sitzt mir gegenüber. Am anderen Ende des Raumes, auf dem Teppichboden, wie ich den Rücken an die Wand gelehnt. Wir sagen nichts, wir sehen uns an. Wir sehen in uns hinein, ernst, ruhig, jeder für sich. Das möchte ich. A. war aus der Welt und jetzt ist er wieder in ihr.…
-
Draußen das wütende Heer
Unterm Dach und im Keller Nackt könnte man sein. Das Haus schläft noch tiefer als sonst, ihm reicht ein Atemzug alle paar Tage, ein Blauwal am Meeresgrund und du in seinem Herzen. Die Wilde Jagd zieht übers Land, draußen das Wütende Heer. Drinnen, da Raunacht ist, das rituelle Räuchern. Sanft. Besänftigend. Du stehst da, im…
-
Muscheln und Steine
Man trägt Getöse durch die Stille Wieder sollte es ruhiger sein. Was treibt, ist die Sehnsucht, was bremst, ebenso. Ruhig geht man durch die Straßen, durch den Morgen, den Schlaf im nachtschweren Nacken, grau innen und grau außen mit schwarzen Rändern. Die sich auflösen sollten, denkt man und dann gleich: Bitte nicht. Bitte nicht auflösen,…
-
Flieg, Dostojewski, flieg!
Am Ende ist nichts geordnet Ich nehme. Meine Bücher, meine Bänke, meine Polstermöbel und werfe alles auf die Straße. Der Tisch fliegt hinterher, ein Drachen aus Holz, dem das Segeln nicht gelingt. Ich nehme. Die Bildung, die ich nicht habe, die Wörter, die mir fehlen, die Geduld, die sich verbirgt. Und stelle alles, in Müllsäcke…
-
Schneller Durchlauf
Es riecht nach Maiglöckchen und nassen Socken Ich schnappe mir ein Buch und wandere die zweieinhalb Stockwerke hoch zum Dachgeschoss, die Wäsche wird gleich fertig sein. Hoffentlich. Manchmal spinnt der Wasserzulauf oder der Schleudergang, dann blinken vier Nullen und die Wäsche ist seifig oder tropfnass. Die Hausverwaltung fühlt sich nicht zuständig, die Hausmeisterin glaubt nicht,…
-
Thumbs up, Mr. Gibb!
Wie man 40 plus von den Stühlen reißt Ach, tönte ich durch die vergangene Woche, Sonntag wird toll, AC/DC im Praterstadion, meine Freundin Andrea und ich mit heißbegehrten Karten bestückt und bereit zum Abrocken mit den Hardrock-Opas. Aber vorher (seufz), am Freitag, da muss ich noch zu Robin Gibb. Mein Freund ist Fan. Was man…
