Kategorie: texte
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Rattifizierung, Schlangengelingele
„Man müsse der beständigen Verwolfung deutlich entgegentreten. Der fremde Mann klopfte das Gesagte in den Tisch, es schien, er klopfte so den billig weiß beschichteten Esstisch hinein in einen anderen Zustand, vernarbtes Vollholz wuchs unter seinen Fingerknöcheln, bei jedem Klopfen ein wenig mehr. Unter dem Staunen der Kinder die – husch husch – weggeschickt worden…
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Donauwalzer III
Nachdem Elfriede Grineiderl bei ihrem Franzl abgeblitzt ist („Geh Schatzerl“, hat er g’sagt, „i hob‘ do grad g’essn!“), zieht sie das Fräulein Anna-Maria Stachel auf die Tanzfläche im Pensionistenvereinslokal. Weihnachtsfeier! Lichterketten hängen glitzernd an den Wänden, die Damen sind schön gewandet und die Herren wohlwollend. „Fesch haben‘s das hergerichtet, gell“, sagt das Fräulein Anna-Maria zur…
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Donauwalzer II
Frau Jedlicek und Frau Otto tanzen. Frau Elberich und Frau Gertrude, niemand weiß ihren Nachnamen, tanzen auch. Frau Singer schwingt mit der Frau vom Pastor über das Pfarrsaalparkett, der Pastor selbst sitzt mit dem Pfarrer an der Bar. Dahinter steht die Irmi vom Schlachter Josef, das jüngste seiner drei Mädchen. „Vier“, sagt der Schlachter Josef.…
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Donauwalzer I
Frau Rot und Frau Devot tanzen Donauwalzer. Frau Rot führt, Frau Devot gibt sich hin. Sie versucht nicht mehr, dem großen Busen von Frau Rot auszuweichen. „Ach“, sagt Frau Rot, dreht sich und die andere schwungvoll im Kreis, „man spürt Sie kaum, Elisabeth, Sie sind ja eine Feder, ja, eine Feder sind Sie!“ Die Feder…
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Rekontra
Vier Herren sitzen am gewohnten Tisch im Café Sperl, im hinteren Eck, gleich an der getafelten Holzwand. Ein Schleier aus blauem Rauch schwebt über den Köpfen, Sonne scheint durch die Fenster. Herr Em rückt ein wenig nach rechts, weil vom Licht geblendet. Tausend Staubpartikel tanzen ihm fröhlich um die Nase. Em niest. Die Runde ergeht…
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Blind Date
F: … H: Guten Tag. F: … H: Guten Tag. F: … H: Ähem. F: Entschuldigen Sie. H: Gerne. Was? F: Was, ‚was‘? H: Sie meinten: ‚Entschuldigen Sie.‘ Was soll ich entschuldigen? F: Sie sind ein Hund.
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Fräulein Luise oder der kleine Lärm
Der Morgen weht graues Licht durch die Straßen. Fräulein Luise und die anderen verlassen, zerschlissene Jacken umgeworfen, die nächtliche Gruft, ihr Asyl. Sie gehen, stolpern, hinken in den Park, zum Bahnhof, in Wärmestuben, aufs Arbeitsamt, zum Supermarkt, zum billigen Tetra-Pak-Rotwein, den sie teilnahmslos der Kassiererin unter die Nase halten, den diese teilnahmslos abkassiert, worauf in…
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Jahr. Aus.
Also ich und er. Was noch zu tun ist: Die Wohnung putzen. Einen Plan machen? Duschen. Haare waschen. Dann: Nichts mehr. Am Nachmittag wird das Krachen beginnen, durch den Gassennachhall verstärkter Lärm, den man riechen kann. Sofern man das Fenster öffnet. Wenn man das Fenster öffnet und nach oben sieht. Dann ist oben ein ferner…
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Tell him…
Die Hoffnung aus Österreich Den Nachmittag hatte ich in der Stadt verbummelt, war also recht spät unterwegs am Abend, vom Hotel (in der Nähe der Victoria Station), runter zur Albert Bridge, dort ein paar mulmige Momente wegen der engen und einsamen Fußgängerschleuse der für den Autoverkehr gesperrten Brücke, dann von Absolute Radio mit einem 80er-Jahre-Spezial…
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Stodertal, Ewigschatten
Gegenüber hockt eine Taube im Abendlicht gerade so hinter der Dachkante, dass nur ihr gedrungener Oberkörper zu sehen ist. Sofern Tauben Oberkörper haben. Sie sieht sich die pfeiligen Schwalben an, folgt ihnen mit Kopf und Schnabel. Drei Äpfel liegen neben mir auf der Holzbank, erst dachte ich, sie wären so duftig, dann war es doch…
