BERG TEXT FLÜSTERN (ein Experiment)

25/06/2015

über dem nördlichen wendekreis steht die sonne still. der längste tag. die kürzeste nacht. der see spuckt mir vor die füße. sagt es war der wind. sonnenflecken. treffen nur das holz. der eine schwankt im wellengang. der andere steht fest. der hölzerne schwankt immer noch. schwankt doppelt. den steinernen kümmert es wenig. dreht sich weg. wenn er ein gesicht hat. dann ist es auf der anderen seite. der hölzerne berg kommt näher. während sich der andere umwolkt. weil der steinerne kein leuchten hat. schmückt sich der hölzerne mit licht. von oben muss das unten glänzen. sind immer zwei. sagst du. sind immer zwei. der hölzerne wippt und quert. wellengang. ein gezitter. gemuster. unscharf. verworren. wie sich das eine unter das andere schiebt. oder darunter. der hölzerne gaukelt sich ein meer. und segelt fort. hinter die landzunge. dort. du siehst es nicht auf deinem festen sockel. dort. geht es weiter. dort. hat sich der horizont verschoben. und mit ihm alles andere. hinter das erdenrund.

Der BERG ist ein Projekt von Clemens Bauder, Felix Ganzer und Ella Raidel im Rahmen des Festivals der Regionen 2015 in Ebensee (Schichtwechsel – Hackeln in Ebensee). Ich darf das Projekt literarisch begleiten. Was auch immer mir einfällt, passt. Was mir eingefallen ist, sind „Flüstertexte“ – wie obiger Auszug, geflüstert zu einer von meiner kleinen, billigen Kamera aufgenommenen Szene (der BERG fährt ein in die Traunkirchner Bucht). Ein Experiment, wie alles.

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