Kategorie: alltag

  • vierfünfdreizehn

    fliegen tausendfach. fliegen. tausendfach. käfer, bienen, insekten, gegräse. blumen. dahinter rasenmähermotorlärm. am schornstein die amsel positioniert. verschluckt sich am ton, rülpst laute, zwitschert. am himmel erst nix, dann flugzeug, dann schall. die sonne zwickt. der wind. der wind. rauscht, weht und fängt. trägt höher die welt, höher. grün, von ästen durchzogen. schattiert, gelichtet, verdichtet. wolken…

  • siebenundzwanzigsechszwölf

    ich ich ich. habe die trauer fern zu halten. schiebe zwischen uns gelb-orangen duft. himmelbäume. samt-nacht. zeige ihr den halben mond. zeige ihr lichtloses schattengrün. sie findet sich, sie findet mich. in dunklen wellen. sie findet sich, sie findet mich. in ebbe und flut. sie liegt an stirn und brust. gezeitigt mich. höhlt aus, unterspült.…

  • elffünfzwölf

    jetzt ist die zeit, in der sich alles aus dem tag löst, einen schritt nach vorne tut und verharrt, bevor es in die nacht zurückweicht. diesen moment suche ich, diesen moment will ich haben. eines schreitet, das andere steht still. nichts atmet. dann tut das andere den schritt und dehnt sich kurz in den raum.…

  • vierundzwanzigvierzwölf

    weil das so ein wirbeln war, muss man den blick kaltmachen. wenn man durch die stadt fährt. und glaubt, es stünde einem zu, nackt zu sein. dann sprengt sich etwas, das nur weiß ist. es regnet die trümmer. man hält alles zurück. hört auf mit dem wollen. in meiner brust kreist das sehnen.

  • einundzwanzigvierzwölf

    wir stellten uns rücken an rücken, verschränkten die arme. ich lass‘ dich nicht fallen, sagte er, beugte sich vor und hob mich auf. bewegte sich ein wenig. meine arme, meine beine, alles an mir war schweres holz. die bewegung lockerte, was sich festgesetzt hatte. mit zurückgelegtem kopf war ich ein bogen, ein dach, von dem…

  • siebzehnvierzwölf

    alles ist heut‘ langgezogen, das aufwachen zieht sich hin bis jetzt, bis zum abend. dazwischen der tag in seinen details: die straßenbahnen fuhren mit angezogenen bremsen, drinnen drehten sich gesichter in zeitlupe zum licht, aus dem licht, man hielt den atem nicht an, aber atmete aus und ein in dreifacher dehnung. knie schoben sich mir…

  • siebzehnelfelf

    weiche nacht, gestreutes licht. die luft halte ich an.  greife so, einfach so hinein mit meinem blick in diese, weißt du. in diese weiche nacht, in dieses gestreute licht. in die farben hinein. über dem fluss lila, ganz weit. und grün und rot. ich kann es nicht sagen. ganz weit. von unten tiefes lila nach…

  • einsneunelf

    geeist verreist versteinert. ein stab durch die mitte in den boden getrieben, an dem häng ich oder hängt er an mir. im dunklen eck vom dunklen zimmer. ineinander in sich, ineinander in mich verschachtelt, verdreht, verkeilt, verschränkt. verloren, verloren. verlier dich, sagt das große, verlier dich. dann schwindet am ende die dichte. im kleinsten. im…

  • siebensiebenneun

    die luft riecht nach warmem asphalt. man muss einatmen und sich an etwas erinnern. eine frau mit goldenen sandalen, in kurzem rock und gelbem t-shirt, unter blauem schirm. draußen, zwischen donner und regenschauern. wir, in der straßenbahn geschützt, sehen zu, wie sie sich bückt. die schuhe auszieht, barfuß weitergeht, grazil, eine vorsichtige katze. die nackten sohlen…