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(Mein Kürzestprosatext „Traktor“ ist Text des Monats August des Literaturbüros Ruhr.) „Ich kann, sagte der Bauer, die Straße so verdrecken, wie ich möchte. Du kannst, sagte der Polizist und schob dabei die Kappe nach hinten, wischte sich den Schweiß von der Stirn, du kannst das nur, wenn du den Dreck wieder wegmachst. Und zwar gleich, sagte der Bauer, lachte und stieg hinauf die zwei Metallstufen seines Traktors, während – von weit hinten – ein Raunen anhob und im nächsten Moment zu einer Frau wurde, auf einem Motorrad mit breiten Reifen, und nichts nutzte das.“ (Weiterlesen? Hier steht der ganze Text.)

Gemaltes Gegenüber

24/07/2015

Mit Michael Hedwig verbindet mich ein umfangreiches Portfolio gemeinsamer Projekte (Peschka_Hedwig_2015). Da dem „Sterntaler“ somit wieder etwas Gebundenes folgen könnte, kleiner und handlicher, sind wir auf der Suche nach einem Verlag, der sich für unsere Bild-Text-Bild-Projekte interessiert. Projekte wie „Watschenmann-Schwärzungen/Ergänzung„, „BIteLDxt/TEbiXTld-Dialog“ oder „Tagwerk & Nachtarbeit“, hier ein Auszug aus der zwölfteiligen Serie:

(c) Michael Hedwig, 2014

Michael Hedwig, Nr. 12 aus der Serie „Tagwerk & Nachtarbeit – 12 Radierungen zu Texten von Karin Peschka“ (Zerkall Kupferdruckkarton, 250g, 27 x 38 cm), 2014

fuenfzehnviervierzehn

was nacktes. oder? getickte nacht zerteilt. in den büschen rascheln die vögel im schlaf. nicht die blätter: die vögel. oder katzen. könnten auch
ratten sein.

was stehst du am fenster? wieso greift nichts
nach mir, wieso ist oben, im hofdächergeviert,
der himmel bleidunkles anthrazit? gekipptes gebirge aus schwarzer schattierung, verkehrt lockt der gipfel. schauen muss ich, schauen.

das versteht doch kein mensch.

farbtupfer husten, hupen.

was nacktes? sicher.

—–

Die „Watschenmann“-Schwärzungen

Watschenmann“ – das ist mein im September 2014 im Salzburger Otto Müller Verlag erschienenes Buch. Die Hauptfiguren sind Heinrich, Dragan und Lydia, die im Wien des Jahres 1954 gemeinsam in einem alten Schuppen leben. Heinrich ist ein junger Mann, der glaubt, dass der Krieg wie ein Wurm in den Menschen weiterlebt.

In den Schwärzungen stehen aber drei Nebenfiguren im Vordergrund: Die Pritschlerin, der Kummerl und der Lichterl-Sigi. Sie sind Außenseiter, isoliert von und in jeder Gesellschaft. Durch Schwärzungen jener Textstellen des Originalmanuskriptes, in denen die Figuren in die Geschichte eingeführt werden, habe ich versucht, diese Isolation noch zu verstärken. Alles, was auf andere Personen hinweist, wurde herausgestrichen. Jede Ansprache, jede Hinwendung, jede fremde Geste. Übrig bleibt das Skelett der Figuren – und Michael Hedwig hat diesem Herausgestellten eine Gestalt gegeben.

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Beispiel aus den Watschenmann Schwärzungen/Ergänzung

Die „Watschenmann“-Ergänzung

Im Anschluss an die Verbildlichung der Schwärzungen zeichnete Michael Hedwig eine Figur ins „Watschenmann“-Universum hinein. Eine, die noch nicht hineingeschrieben worden war, von der also auch ich nichts wusste. Nachdem ich das Bild von Michael bekommen hatte, verfasste ich den Text dazu, so, wie er auch im Roman hätte stehen können. Michael Hedwig hat sich dafür entschieden, den „Kindern der Pritschlerin“ Gesicht und Gestalt zu geben. Somit sind auch sie Teil des Romans geworden, über das Geschriebene hinaus. Die Ergänzung steht für die Lebendigkeit einer Geschichte – die mit der Drucklegung, der Veröffentlichung des Romans nicht fertiggeschrieben ist.

Die Schwärzungen, den Text zu den „Kindern der Pritschlerin“ und Michaels Bilder dazu stellen wir derzeit noch nicht online. (Bei Interesse bei Michael Hedwig oder mir per Mail anfragen.)

über dem nördlichen wendekreis steht die sonne still. der längste tag. die kürzeste nacht. der see spuckt mir vor die füße. sagt es war der wind. sonnenflecken. treffen nur das holz. der eine schwankt im wellengang. der andere steht fest. der hölzerne schwankt immer noch. schwankt doppelt. den steinernen kümmert es wenig. dreht sich weg. wenn er ein gesicht hat. dann ist es auf der anderen seite. der hölzerne berg kommt näher. während sich der andere umwolkt. weil der steinerne kein leuchten hat. schmückt sich der hölzerne mit licht. von oben muss das unten glänzen. sind immer zwei. sagst du. sind immer zwei. der hölzerne wippt und quert. wellengang. ein gezitter. gemuster. unscharf. verworren. wie sich das eine unter das andere schiebt. oder darunter. der hölzerne gaukelt sich ein meer. und segelt fort. hinter die landzunge. dort. du siehst es nicht auf deinem festen sockel. dort. geht es weiter. dort. hat sich der horizont verschoben. und mit ihm alles andere. hinter das erdenrund.

Der BERG ist ein Projekt von Clemens Bauder, Felix Ganzer und Ella Raidel im Rahmen des Festivals der Regionen 2015 in Ebensee (Schichtwechsel – Hackeln in Ebensee). Ich darf das Projekt literarisch begleiten. Was auch immer mir einfällt, passt. Was mir eingefallen ist, sind „Flüstertexte“ – wie obiger Auszug, geflüstert zu einer von meiner kleinen, billigen Kamera aufgenommenen Szene (der BERG fährt ein in die Traunkirchner Bucht). Ein Experiment, wie alles.

johannesberg, traunkirchen

johannesberg, traunkirchen

Bilder vom Berg

22/06/2015

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Festival der Regionen. „Schichtwechsel. Hackeln in Ebensee.“ Projekt: Der Berg

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Lesen im Burgzelt – und heuer bin ich dabei. Eine „Watschenmann“-Lesung im Rahmen des Lesefestes „Rund um die Burg„.

Beginn: 19.30 Uhr
Ort: Wiener Städtische Lesebühne, Burgzelt (zwischen Wiener Burgtheater und dem Cafe Landtmann) 1010 Wien.

Programm Rund um die Burg

Die Lesung/Präsentation unseres „BIteLDxt/TEbiXTld“-Projektes war intensiv, wunderbar, spannend und fordernd – für Michael Hedwig und mich schon unser drittes gemeinsames Projekt. Was uns besonders freut: Bilder und Texte kann man bis zum 26. Juni 2015 in der wunderschönen Universitätsbibliothek der Akademie der bildenden Künste in Wien besichtigen/lesen.

(c) Simina Badea

(c) Simina Badea

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28. Mai 2015: Ausstellung und Lesung, Akademie der bildenden Künste (Wien)

(c) Michael Hedwig - BITELDXT - Nr 4

(c) Michael Hedwig – BITELDXT – Nr 4

Aus Bild wird Text wird Bild wird Text … ein Reagieren, ein Antworten, ein Dialog. Auf jeden Fall: ein Prozess.

Nach „Sterntaler“ (2008) und „Tagwerk & Nachtarbeit. Miniaturen“ (2014) ist „BITELDXT“ meine dritte Zusammenarbeit mit  Michael Hedwig.

Zusätzlich zu unserem Bild-Text-Dialog zeigen (und lesen) wir an diesem Abend einen Auszug aus den früheren gemeinsamen Werken und wagen ein Experiment.

Beginn: 19.00 Uhr
Ort: Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, Mezzanin, Raum M7, Universitätsbibliothek, Lesesaal, 1010 Wien Ankündigung bei Michael Hedwig.

… beim International First Novel Festival, bei Lesungen und Gesprächen in Budapest, Debrecen und Piliscsaba. Der „Watschenmann“ zeigt mir die Welt, und die liegt gleich um’s Eck.

22nd International Book Festival Budapest