Autor: Karin Peschka
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Fräulein Luise oder der kleine Lärm
Der Morgen weht graues Licht durch die Straßen. Fräulein Luise und die anderen verlassen, zerschlissene Jacken umgeworfen, die nächtliche Gruft, ihr Asyl. Sie gehen, stolpern, hinken in den Park, zum Bahnhof, in Wärmestuben, aufs Arbeitsamt, zum Supermarkt, zum billigen Tetra-Pak-Rotwein, den sie teilnahmslos der Kassiererin unter die Nase halten, den diese teilnahmslos abkassiert, worauf in…
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Jahr. Aus.
Also ich und er. Was noch zu tun ist: Die Wohnung putzen. Einen Plan machen? Duschen. Haare waschen. Dann: Nichts mehr. Am Nachmittag wird das Krachen beginnen, durch den Gassennachhall verstärkter Lärm, den man riechen kann. Sofern man das Fenster öffnet. Wenn man das Fenster öffnet und nach oben sieht. Dann ist oben ein ferner…
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Tell him…
Die Hoffnung aus Österreich Den Nachmittag hatte ich in der Stadt verbummelt, war also recht spät unterwegs am Abend, vom Hotel (in der Nähe der Victoria Station), runter zur Albert Bridge, dort ein paar mulmige Momente wegen der engen und einsamen Fußgängerschleuse der für den Autoverkehr gesperrten Brücke, dann von Absolute Radio mit einem 80er-Jahre-Spezial…
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Stodertal, Ewigschatten
Gegenüber hockt eine Taube im Abendlicht gerade so hinter der Dachkante, dass nur ihr gedrungener Oberkörper zu sehen ist. Sofern Tauben Oberkörper haben. Sie sieht sich die pfeiligen Schwalben an, folgt ihnen mit Kopf und Schnabel. Drei Äpfel liegen neben mir auf der Holzbank, erst dachte ich, sie wären so duftig, dann war es doch…
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Alles katzt heute
Oder: Das Band, das Band, an meiner Hand … Jetzt wird alles ruhiger, die Sonne ist fast ganz weg. Die Katzen auch. Darunter die eine, die an nackten Zehen kaut, wenn man sie lässt. Ein paar Schwalben sicheln sich noch durch den Himmel. Mücken umzingeln den Tisch, die Blumen schließen für die Nacht. Eine Amsel…
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familie
gegenüber sitzt eine nervige familie mit einem waschlappen-vater und einer domina-mutter, zwei buben, die jetzt schon ihr erwachsenengesicht tragen und ein kleines mädchen, das ewig kleines mädchen bleiben wird, auch wenn es 40 ist. ich versuche zu schreiben, alles, was geht, ist alte texte redigieren. die mutter gegenüber hat schwarze haare mit roten strähnen und die…
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STERNTALER (Textauszug)
Ich stelle mir den Tod vor, er bildet sich zwischen den Büschen, eine Gestalt aus wirbelndem Sand. Was weiß ich über ihn? Nichts, er ist nur das zerbrechende Geräusch in der Lunge meiner Großmutter, die in meinen Armen starb, als ich ein Kind war, staunend. Er ist die plötzliche Abwesenheit von Leben, die sich sofort…
