Autor: Karin Peschka
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Donauwalzer III
Nachdem Elfriede Grineiderl bei ihrem Franzl abgeblitzt ist („Geh Schatzerl“, hat er g’sagt, „i hob‘ do grad g’essn!“), zieht sie das Fräulein Anna-Maria Stachel auf die Tanzfläche im Pensionistenvereinslokal. Weihnachtsfeier! Lichterketten hängen glitzernd an den Wänden, die Damen sind schön gewandet und die Herren wohlwollend. „Fesch haben‘s das hergerichtet, gell“, sagt das Fräulein Anna-Maria zur…
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Vor dem Fenster zwei Vögel
Vor dem Fenster zwei Vögel. Der eine fast tot, er ist durch das Glas geflogen und hat seinen Körper zurückgelassen. Wuchtig gebrochenes Genick. Ein Bersten, ein Knall. Ein Klang. Ich sehe auf, als ich das Sterben höre, schaue durch das Fenster auf das Zurückgelassene. Dünne Knochen, braunweiße Federn, schwarze Punkte im geneigten Kopf, das sind…
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siebzehnelfelf
weiche nacht, gestreutes licht. die luft halte ich an. greife so, einfach so hinein mit meinem blick in diese, weißt du. in diese weiche nacht, in dieses gestreute licht. in die farben hinein. über dem fluss lila, ganz weit. und grün und rot. ich kann es nicht sagen. ganz weit. von unten tiefes lila nach…
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Donauwalzer II
Frau Jedlicek und Frau Otto tanzen. Frau Elberich und Frau Gertrude, niemand weiß ihren Nachnamen, tanzen auch. Frau Singer schwingt mit der Frau vom Pastor über das Pfarrsaalparkett, der Pastor selbst sitzt mit dem Pfarrer an der Bar. Dahinter steht die Irmi vom Schlachter Josef, das jüngste seiner drei Mädchen. „Vier“, sagt der Schlachter Josef.…
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einsneunelf
geeist verreist versteinert. ein stab durch die mitte in den boden getrieben, an dem häng ich oder hängt er an mir. im dunklen eck vom dunklen zimmer. ineinander in sich, ineinander in mich verschachtelt, verdreht, verkeilt, verschränkt. verloren, verloren. verlier dich, sagt das große, verlier dich. dann schwindet am ende die dichte. im kleinsten. im…
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Donauwalzer I
Frau Rot und Frau Devot tanzen Donauwalzer. Frau Rot führt, Frau Devot gibt sich hin. Sie versucht nicht mehr, dem großen Busen von Frau Rot auszuweichen. „Ach“, sagt Frau Rot, dreht sich und die andere schwungvoll im Kreis, „man spürt Sie kaum, Elisabeth, Sie sind ja eine Feder, ja, eine Feder sind Sie!“ Die Feder…
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Rekontra
Vier Herren sitzen am gewohnten Tisch im Café Sperl, im hinteren Eck, gleich an der getafelten Holzwand. Ein Schleier aus blauem Rauch schwebt über den Köpfen, Sonne scheint durch die Fenster. Herr Em rückt ein wenig nach rechts, weil vom Licht geblendet. Tausend Staubpartikel tanzen ihm fröhlich um die Nase. Em niest. Die Runde ergeht…
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Blind Date
F: … H: Guten Tag. F: … H: Guten Tag. F: … H: Ähem. F: Entschuldigen Sie. H: Gerne. Was? F: Was, ‚was‘? H: Sie meinten: ‚Entschuldigen Sie.‘ Was soll ich entschuldigen? F: Sie sind ein Hund.
