Autor: Karin Peschka
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Wer funktioniert, darf bleiben
Der „goldene Boden“ ist ziemlich hart Mein Sohn ist Lehrling. Machen Sie sich nix draus, dann lernt er wenigstens was G’scheites. Handwerk hat ja, wie man so sagt, „goldenen Boden“. Fein, dann fällt er schön hart, wenn er fällt. Derzeit überlegen wir ja, den Kündigungsschutz für Lehrlinge ein bisserl zu lockern. Sorgen müssen wir uns…
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Exorzismus zwischendurch
Wohin mit der Wut in der niedersten aller Welten Diese unsere Welt, schreibt Singer in „Die Gefilde des Himmels“, sei laut Talmud die niedrigste aller Welten, in der alles Licht zu Stein werde, zu Knochen und Erde. Vielleicht damit wir es fassen mögen, dieses Licht und daraus machen, was wir daraus zu machen verstehen. Und…
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Heiß duschen in der Nacht
Wärme ist Luxus. Stille vielleicht auch. Ich möchte, ich möchte, ich möchte. Ruhig sein. Mir scheint, das ist schwer. Die Leute reden übers Wetter und darüber, dass es zu warm ist. Für die Jahreszeit. Schnee und Kälte wollen sie, immerhin käme die stillste Zeit. Ja wenn! Mein Sohn, der so 17-jährig ist, wie man nur…
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Im Hintergrund zwei Johnnys
Und beide singen mit Inbrunst Im Hintergrund zwei Johnnys. Sie singen mit Inbrunst „Hurt“. Eine Wand und zwei verschlossene Türen sind dabei kein Hindernis: Ich kann so nicht arbeiten. Zumindest nicht an dem Text, an dem ich arbeiten wollte. Der eine Johnny (Cash) singt dabei noch etwas besser als der andere Johnny (Sohn). Dieser gleicht…
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Auf nach Florida
Zu Charlie und Maurine Ich bräuchte mich nur in einen Flieger zu setzen, mailt Charlie. Und keine Sorge, am Flughafen in Tampa würden sie mich dann schon aufgabeln, Maurine und er, und mit dem Chevy nach Ocala bringen – so wie ich sie vor fast genau einem Jahr am Wiener Flughafen aufgegabelt, in ein Taxi…
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Gebt mir Gummistiefel!
Gebt mir ein Feld! Und Hosen. Gestern, früher Morgen. Ich sitze in der Küche, trinke Muckefuck und schaufle Zimtpolenta. Im Pyjama, ziemlich vermuffelt und mit Tonnen Schlaf in den Augen. Plötzlich steht ein gepflegter Herr vor mir. Schwarzer Anzug, grünes Hemd. Perfekte Krawatte, perfekt geknotet. Der Herr mustert mich streng und sagt: Mama, geh jetzt…
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Sie auch?
Anfallsartige Schüchternheit Im Kleinen, da lässt sich ja viel erklären, ziemlich viel sogar, aber im Großen? Verstehen Sie alles? Gehören Sie zu den Leuten, die zu allem und jedem eine Meinung haben, eine dieser großen Meinungen, die man gerne herzeigt und zur Diskussion stellt? Die sich schon in der Haltung ausdrückt, mit der man ein…
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Woran man denkt
… wenn die Nacht lang genug ist Ich stehe in der dunklen Wohnung am Fenster. Vier Stockwerke unter mir presst sich ein Mann an einen Wagen, es ist schon nach Mitternacht. Zuerst glaube ich, der Mann will das Auto stehlen, aber dann: Er pisst es seelenruhig an. Es sieht nur so aus, als würde er…
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Das U-Wort, die Schlacht
Mach ja das Beste draus Interessant. Laut Wikipedia ist der Urahn für den Begriff „Urlaub“ das alt- bzw. mittelhochdeutsche Wort für „Erlaubnis“. Die Ritter baten ihre Lehnsherren um „urloup“, wenn sie in eine Schlacht ziehen wollten. Ich vermeide, das U-Wort in Zusammenhang mit den vergangenen zwei Wochen in Verbindung zu bringen, weil wenn, dann war…
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Wie sag ich’s meinem Kinde?
Am besten gar nicht Es regnet, und der Kurde meint, ich solle nicht laufen gehen. Aber, sage ich, früher, da bin ich bei jedem Wetter gelaufen. Je wilder, je lieber. Schneetreiben in Kombination mit leichtem Nebel bei Dunkelheit. Sich in den Gegenwind werfen, nix mehr sehen, weil der Regen schräg von vorne auf die Brille…
