Klassischer Klickköder, diese Überschrift. Obwohl ich ruhig das englische Original verwenden kann: Clickbait. Immerhin hat mein Beitrag in der von Wolfgang Paterno bei Czernin herausgegebenen Anthologie Das erste Mal einen englischen Titel: Book # 1 

Ich kenne bislang nur meinen (trotz des Titels deutschsprachigen) Text. Die anderen erwarten mich nach meiner Balkan-Reise in Wien. Empfehlen kann ich das Buch ung’schaut jetzt schon.

Weswegen? Wegen der Kolleg/innen: Leopold Federmair, Milena Michiko Flasar, Daniel Glattauer, Sabine Gruber, Händl Klaus, Monika Helfer, Bodo Hell, Peter Henisch, Daniel Kehlmann, Anna Kim, Michael Köhlmeier, Robert Menasse, Kurt Palm, Teresa Präauer, Doron Rabinovici, Angelika Reitzer, Gerhard Roth, Kathrin Röggla, Gerhard Roth, Eva Schmidt, Robert Schneider, Franz Schuh, Clemens J. Setz, Michael Stavaric, Marlene Streeruwitz, Daniel Wisser u.a.

Ich weiche übrigens schon im zweiten Absatz vom Thema ab und schreibe über Amseln, die mir was ins Ohr flöten.

(Wird sie die Geschichte zu Ende bringen? Was dann geschieht, werden Sie kaum glauben!)

Kosovo Nr. 3

23/09/2019

Das Angestrengte zu übersehen, ist leicht und schwer. Bei Schönwetter leicht, bei Regen schwer. So einfach. Wie winzige Ameisen aus dem Notebook zu schütteln. Gestern gemacht, nach dem Aufwachen in Vlora. (Das Notebook lag unter dem Hotelbett auf den kühlen Fliesen, warm und einladend.) Komm mit nach Albanien, meinte Selvije, wir fahren nach Tirana und von dort mit meiner Freundin Isi weiter ans Meer, komm komm komm. (Also zeig ich der Zicke, die mein Roman grad ist, die kalte Schulter, pack sie heimlich ins Herz und ins Hirn und nehm sie mit.)

Sonntagabend, auf dem Weg von Tirana nach Prishtina, wir trinken Kaffee kurz vor der Grenze.

Zurück nach zwei Sonnenhitzetagen, anderen Geschichten, neuen Menschen, stundenlangen Gesprächen. Zurück im Kosovo, es regnet, das Angestrengte lässt sich nicht ausblenden. Der Herbst zieht überall gleich ins Land. In die nasse Stadt. Reife Kastanien unter braungeränderten Blättern. Die Wohnung, der Küchentisch hält mich nicht mehr, ich möchte ins Dit‘ e Nat‘, um diesen Text zu schreiben. Den Rest des Beitrags lesen »

Kosovo, Nr. 2

16/09/2019

Zeit ist absolut unzuverlässig hinsichtlich ihrer Fühligkeit, das wird mir in Prishtina sehr bewusst. Auf, auf, die zweite Woche schildern, bevor sich auch dieser Tag aus dem Staub macht. Schnell per random choice ein paar Bilder vom Fotoapparat ins Netz gezogen. Mich mit der Zeit solidarisierend, gebe ich heute die unzuverlässige Erzählerin.

Jüdischer Friedhof, zerborsten.

Jüdischer Friedhof, zerborsten.

Ein zerbrochenes Schneckenhaus auf dem ebenso zerbrochenen jüdischen Friedhof über der Stadt. Bin hinauf gewandert und gewandert, einen undeutlichen Straßenplan in der Hand, habe mich grandios verlaufen. In eine, zwei, fünfzehn Kurven hinein verlaufen, die mir mehr gezeigt haben als der direkte Weg es gekonnt hätte, und das ist immer so. Parkanlagen, immer schönere Häuser, fast fertig Gebautes, Bäuerliches. Unglaublich weiche Luft für alle. Der Friedhof nur ein Rudiment, es gäbe nüchterne Bilder zu zeigen, ich zeige dieses. 

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Kosovo, Nr. 1

08/09/2019

„Prishtina has no river“ heißt das Artist-in-Residence-Programm, für das ich mich vor einem halben Jahr bei Qendra Multimedia beworben habe. Meine Bewerbung war erfolgreich, die Residence ist angetreten. Ich sitze an einem Küchentisch in Prishtina und schreibe diesen ersten Bericht, am Abend des siebten von achtundzwanzig Tagen, die ich im Kosovo verbringen werde. Sieben Tage sind schon vergangen, warum, wohin?

Prishtina hat zwar keinen Fluss, dafür diese wunderbaren Straßenmöbel.

Das ethnologische Museum wird renoviert, zu sehen war daher bei unserem Besuch nur ein Teil davon, ein typisches, altes, altes Haus. So wohnten früher wohlhabendere Leute, mit einem eigenen Eingang für die Gäste, denen das größte, schönste Zimmer vorbehalten blieb, darin ein Kasten immer frisch gefüllt mit Speise und Trank (falls Ankunft bei Nacht). Den Rest des Beitrags lesen »

Thanks a lot, Qendra Multimedia, for inviting me to be part of your artist-in-residence-program „Prishtina has no river“.

I love being here.

a.

28/08/2019


mit dir in diese stunde gehn
und alle sterne rot

ein jahr lang

länger

mars

 

 

Etwas zu lesen, das noch nicht veröffentlicht wurde, ist immer spannend. Die ersten Reaktionen auf den neuen Text (nicht lektoriert, nicht ganz fertig) – wie werden sie sein? Letztlich wird das Publikum in Hartkirchen nach diesem Blick in die Werkstatt mehr wissen, als meine Lektorin, die (mit den Fingern auf den Tisch trommelnd?) schon auf das Manuskript wartet.

Im zweiten Teil die „sichere Bank“: Ich lese aus den Wirtshausgeschichten meines Vaters. Denn Herr Peschka kocht nicht nur, er ist auch ein begnadeter Erzähler.

Summa summarum: Ich freu mich!